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Chronik 1952-1962

1952 - 1962

Nachdem im Jahre 1950 der Saal Voss wieder aufgebaut war, begann man auch das karnevalistische Brauchtum innerhalb der St. Michaels-Schützenbruderschaft zu pflegen. Im März 1952 ging aus diesem die KG "De Wenkbülle" hervor. Zu der Kenkdof am 15.11.1952 führte der Zeremonienmeister Hans Wenn den Elferrat, in schwarz-gelben Uniformen, in folgender Besetzung ein:

Präsident Hein Ostländer, Gerhard Thevissen, Franz Karden, Jupp Frösch, Willi Kalkbrenner, Gerd Houben, Johann Wentzler, Jupp Schlösser, Jupp Mohr, Rudi Holtz und Hellwig Knauff


Nun bleiben zwei Fragen offen, die wir im folgenden Erläutern möchten:

1. Warum ist die Uniform schwarz-gelb?

Der Legende nach waren einige Gründungsväter glühende Fans der Alemannia aus Aachen und wollten dieselben Farben tragen. Da aber gelber Stoff in der Nachkriegszeit recht teuer war, entschied man sich aus Kostengründen unter Mithilfe des Schneiders Hellwig Knauff für das zarte Senfgelb. Oder wie es unser Freund Josef Behlau zu sagen pflegt: Kack-Jääl. Und wir Wenkbülle wären nicht wir, wenn wir nicht wichtige Dinge auf der letzten Minute erledigen, die ersten Uniformen, die auf einer Bühne getragen wurden, waren noch nicht fertig genäht, sondern wurden nur durch Sicherheitsnadeln zusammen gehalten.


2. Warum heißen wir Wenkbülle?

Unser leider vor kurzem verstorbenen Gründungsmitglied Rudi Holtz berichtete folgendes: Zu jener Zeit, also im Jahre 1950/1951 wurde auf dem Donnerberg der erste Sender gebaut. Aufgrund der Höhe war es notwendig den Sender mit Signalfarben zu kennzeichnen. Also machte sich ein Ingenieur vom WDR auf den Weg um über Facebook und Xing nach geeigneten Facharbeitern zu suchen. Zu jener Zeit hießen Facebook und Xing noch anders: Nämlich Kneipe und Gaststätte. So fand er in Rudi Holtz einen Mann, der zwar lieber im Forstamt arbeitete, der aber mutig genug und handwerklich geschickt war, die Malerarbeiten zu übernehmen. Man ging in einer Bergsteigerfachgeschäft zu Eschweilers Jupp. Die, die ihn kannten, wissen, dass man bei Eschweilers Jupp alles bekommen konnte. Auch zu jener Zeit. Die beiden deckten sich also ein mit Brett, Seilen, Rollzügen und anderen Dingen, die halbwegs vernünftig aussahen und wo man den Rost noch gut abkratzen konnte. Todesmutig, und das meinen wir ernst, stieg dann Rudi Holtz höher und höher, nur mit einer Hand an dem Seil, die andere Hand am Pinsel, 10 Meter, 50 Meter, 100 Meter... der Wind blies ihm um die Nase, es hat ihn viel Überwindung gekostet und war nicht einfach, aber er schaffte es... und wie er da so hing, der Wind blies ihm durch die Jacke, bekam er sogleich seinen Spitznamen von den Donnerbergern: der Wenkbüll (zu deutsch: der Windbeutel) ... und als er dann die Gründungsversammlung betrat, bei der man nach einem Namen suchte, wurde er begrüsst mit: Da kütt der Wenkbüll... und schon war der Name geboren.

Zu der ersten Sitzung kamen schon einige Stolberger Karnevalsgesellschaften zur Gratulation, insbesondere die "Patentante" der KG, die Erste Große Stolberger KG von 1929 e.V. unter der Führung von Ed Hamacher.

In den Folgejahren feierte man dann unter Führung von Hein Oständer so manche schöne Stunde im Zeichen des ersten Donnerberger Karnevals. Im Jahre 1955 hatte man sogar schon das erste Highlight. Man baute für den Rosenmontagszug die erste plastische Figur auf einem Schauwagen. Die handwerklich geschickten Elferräter nutzten hierfür die Räumlichkeiten im Saal Voss, da dort viel Platz zur Verfügung stand. Leider beachtete bei all den kreativen Ideen nicht die Maße der Türen, so dass man nach Fertigstellung der Figur feststellen muss, dass diese nicht hindurch passten. Aber auch hier wurde man kreativ und baute eilends die Fenster aus und konnte so, die Figur abtransportieren.